FS Review: „Nu freilisch, fliecht nach Dreesdn!“ EDDC

Dresden liegt etwas östlich der geografischen Mitte des Bundeslandes Sachsen an der Elbe.
Erstmals siedelten sich Menschen im Gebiet des heutigen Dresden um das fünfte Jahrtausend vor Christus an. Ab dem 5. Jahrhundert bildete sich ein Siedlungs-Nukleus, der im 13. Jahrhundert bereits eine beachtliche Größe als Runddorf mit durchgehend umgebenden Wassergraben zum Schutz gegen Angreifer erreicht hatte und kontinuierlich wuchs.
Der Name leitet sich vom altsorbischen „drežďany“ ab, was Sumpf- oder Auwald-Bewohner bedeutet: Die Gegend war einst stark bewaldet, was die Beiedlung erschwerte.
Heute ist Dresden eine Stadt mit rund 580.000 Einwohnern. Geld wird mit Informations- und Nanotechnologie (Stichwort „Silicon Saxony“), Dienstleistungen, Handel, Handwerk und weiteren Sparten verdient.
Mit den Autobahnen A4, A13 und A17, mehreren Bundesstraßen, den Fernbahnhöfen Hauptbahnhof und Dresden-Neustadt, dem Güter- und Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt, dem Alberthafen sowie dem Flughafen Dresden bildet die Stadt außerdem einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt in der Region.
Dresden ist Universitätsstadt. Mit dem Zwinger, der Frauenkirche und der Semperoper, mehreren Museen, Orchestern, Theatern und Bühnen ist Dresden kulturelles Zentrum der Region. Wegen der vielen historischen Bauten und Konzerten besuchten im Jahr 2024 gut 2,3 Millionen Gäste die Stadt, davon rund 20 Prozent aus dem Ausland.
Während des Nationalsolzialismus und des Zweiten Weltkriegs erlebte Dresden eine schreckliche Zeit mit Verschleppung von Juden, dem Niederbrennen der Semper-Synagoge (Alte Synagoge), Zwangsarbeit durch KZ-Häftlinge und Bücherverbrennungen. Dabei sollte unter anderem das Werk von Erich Kästner „symbolisch für immer ausgetilgt werden“.
In zwei Nächten vom 13. bis 15. Februar 1945 mit vier Angriffswellen bombardierten Briten und Amerikaner die Stadt und löschten sie dabei faktisch aus. 25.000 Menschen sollen dabei umgekommen sein.
Auch die Frauenkirche, die „Kirche Unserer Lieben Frauen“, die zwischen 1726 und 1743 errichtet wurde, wurde dabei zerstört. In der DDR-Zeit unberührt, wurde sie nach der Wiedervereinigung zwischen 1993 und 2005 durch Spenden ermöglicht von Grund auf neu aufgebaut. Sie gilt heute als das berühmteste Wahrzeichen der Stadt, als Mahnmal gegen Krieg und Zeugnis von Versöhnung.
Kulinarisch ist die Dresden wegen des Dresdner Stollens, Russisch Brot, Dominosteinen, Eierschecken, Pflaumentoffel und Quarkkäulchen (welt-)bekannt.
Flughafen Dresden

Der Flughafen mit den IATA- und ICAO-Codes DRS sowie EDDC liegt auf einem erhöhten Plateau im Ortsteil Klotzsche. Er wurde 1935 eröffnet und von den Nationalsozialisten in Form des „Fliegerhorst 38/III“ und der „Luftkriegsschule Klotzsche“ vor allem zur Ausbildung von Piloten genutzt. Gleichzeitig fand hier ziviler (Passagier-)Flugverkehr statt.
Nach dem Krieg übernahm die Sowjetarmee den Platz und trainierte ihrerseits Piloten. 1955 begann der Bau der VEB Flugzeugwerke Dresden der DDR mit zwei Hangars und einer 2.500 Meter langen und 80 Meter breiten Bahn. Hier wurde der Vierstrahler „152“ gebaut, dessen Entwicklung nach dem Absturz des ersten Prototyps beim zweiten Testflug am 3. Mai 1957 abgebrochen wurde.
1960 übernahm die „Deutsche Lufthansa“ der DDR den zivilen und 1962 die Nationale Volksarmee den militärischen Teil des Flughafens, auf dem fortan Flugzeuge instand gesetzt wurden.
1989 und 1989 wurde der Platz weitgehend umgebaut und modernisiert. Von 1990 bis 1993 flogen Transporter der Lufttransportgruppe Dresden-Klotsche der NVA, nach der Wiedervereinigung in Lufttransportgeschwader 65 umbenannt. 1993 wurde das Geschwader aufgelöst, die Flugzeuge verkauft.
Die Passagierzahlen stiegen nach der „Wende“ schnell an, der Platz wurde ab Mitte der 1990er Jahr erneut ausgebaut. 2001 wurde die Halle des VEB Elektromat Dresden zum Terminal umgebaut sowie der Tunnelbahnhof der S-Bahn S2 eröffnet. Weiterhin folgten Arbeiten an der Infrastruktur der Luftseite, einschließlich der Zubringer zu den Autobahnen A4 und A13.

Die einzige Betonpiste 04/22 mit 2.850 mal 60 Metern wurde wie folgt ausgestattet:
| Bahn | ILS | VOR | RNAV | ALS | TDZ | REIL | PAPI |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 04 | CAT I | ja | ja | ALSF-I | – | – | links |
| 22 | CAT IIIa | ja | ja | ALSF-II | ja | ja | links |
Das DVOR/DME DRESDEN DRN steht 8,8 nautischem Meilen (NM) in der Verlängerung der 22. Das Drehfunkfeuer ist Kreuzungspunkt einiger unteren und oberen Luftstraßen. Das NDB DRESDEN FS 374 kHz, das in das VOR-Anflugverfahren eingebunden ist, befindet sich 4,5 NM in der Verlängerung der 04.


Aktuell betreibt die Mitteldeutsche Flughafen Holding AG (als Wortmarke Mitteldeutsche Airport Holding oder kurz MAH genannt) den Airport. Sie gehört zu rund 78 Prozent dem Land Sachsen und zu rund 17 Prozent dem Land Sachsen-Anhalt. Die Städte Leipzig, Halle und Dresden halten ebenfalls einige Prozent.
Im Winterflugplan 2025/2026 bedienen neun Airlines drei Ziele in Deutschland und sieben (Urlaubs-)Ziele am Mittelmeer, den Kanaren und Ägypten. Im Sommer 2026 werden elf Airlines ebenfalls drei Ziele in Deutschland und zehn Destinationen in Ungarn, am Schwarzen Meer und dem Mittelmeer anbieten.
Am Terminal stehen acht Parkpopsitionen bereit. Fünf davon sind mit Jetways (10 und 30 bis 33) ausgestattet. Die 09 ist dafür vorbereitet, hat bislang allerdings eine Treppe als „Ersatzlösung“ erhalten. Nordwestlich des Terminals wurden auf dem Apron 3 fünf Parkplätze für Passagiermaschinen ausgewiesen.
Südwestlich des Empfangsgebäudes wurden auf dem Apron 1 fünf Parkplätze eingerichtet und auf dem Apron 2 zehn Abstellplätze für die Allgemeine Luftfahrt. Auf dem Apron 5 können vier Parkplätze für kleinere Flugzeuge verwendet werden. Direkt anschließend wurde ein befeuerter Hubschrauber-Landeplatz eingerichtet. Ihn nutzt die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF) für den Rettungshubschrauber des Type H135, der hier mit dem Rufzeichen „Christoph 38“ stationiert ist.
Die MAH hat für 2025 folgende Zahlen an die Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) gemeldet:
| Passagiere | 886.578 |
| Frachttonnage | 163 Tonnen |
| Flugbewegungen | 20.247 |
Das höchste Fluggastvolumen wurde 2011 mit 1,92 Millionen gemeldet. Das Ergebnis konnte nicht wiederholt werden.
2024 verzeichnete die MDH einen Verlust von 53,5 Millionen Euro. Der Betrieb des Airports soll bis Ende 2026 sichergestellt sein. Ab 2027 will Sachsen-Anhalt nicht mehr für den Flughafen aufkommen. Grund ist die Nähe zum größeren und höher frequentierten Airport Leipzig/Halle – ebenfalls von MDH betrieben – mit erheblich mehr Flugzielen, der nur 100 Kilometer nordwestlich liegt. Berlin mit dem Hauptstadtflughafen BER liegt nur 170 Kilometer nördlich.
Der nach der Brandschutz- und Rettungs-Kategorie 8 der ICAO gelistete Platz verfügt über eine eigene Werksfeuerwehr. Zum Einsatz kommen unter anderem drei Rosenbauer Panther 8×8 Flugfeldlöschfahrzeuge.
Am Flughafen sind zwei bedeutende Unternehmen der Luftfahrtechnik ansässig: Die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (IABG) führt hier Belastungstests und Werkstoffprüfungen durch und die Elbe-Flugzeugwerke GMbH (EFW) – ab Mai 1991 Nachfolger der VEB Flugzeugwerft Dresden – rüsten auf einer Fläche von 250.000 m² (davon 62.000 m² Hallenflächen) die Passagierflugzeuge A300, A310, A320, A321, A330-200 und A330-300 von Airbus zu Frachtmaschinen um. Zusätzlich werden Frachtraumverkleidungen, Frachtbodenplatten und Frachtgesamtsysteme entwickelt sowie die A380 gewartet.
Versteckt zwischen den Hangars der EFW steht eine IL-14P, die zwar an die DC-3 erinnert, allerdings anders als dieses Flugzeug nicht über ein Spornrad, sondern ein Bugrad verfügt. Sie basierte als IL-14 auf der Lisunov Li-2 (baugleich mit der DC-3 – die Lizenz zur Fertigung des Musters in der UdSSR wurde 1937 von Douglas in den USA erworben) und wurde von 1956 bis 1959 vom VEB Flugzeugwerke Dresden als Il-14P (das P steht für Enteisungsanlage) in Lizenz gefertigt.
Simulation
Bisher hatte ausschließlich JustSim den virtuellen Flughafen Dresden viermal umgesetzt: Ende 2017 für Prepar3D (P3D) v4, den P3D v5 und den X-Plane 11. Im Mai 2021 folgt eine Version für den MSFS 2020.

Atelic hat den Platz in der vergangenen fünf Monaten jeweils nativ für MSFS 2020 und MSFS 2024 ertellt und am 24. März 2026 vorgestellt. Das Label konnte sich in schneller Folge seit November 2024 mit den hochqualitativ designten Flughäfen Madeira, Kos und Luxemburg einen guten Namen in der Szene machen.
EDDC ist in folgenden Online-Shops zum einem Preis für rund 21 Euro gemeinsam für MSFS 2020 und MSFS 2024 zu haben:
Der Download „wiegt“ 1,86 GByte, die Installation belegt 3,55 GByte auf dem Speichermedium.
Wenig überraschend passt sich der Platz harmonisch in die Umgebungen des MSFS 2020 und MSFS 2024 ein. Lediglich bei der „tiefergelegten“ Zufahrt zum S-Bahn-Tunnel gibt es ein Meshproblem. Das fällt allerdings im normalen Flugbetrieb nicht auf.
Die Landseite wird detailliert mit Straßen, Ampeln, Werbetafeln, Parkhaus einschließlich verglastem Fußgängerübergang zum Terminal im ersten Stock und anderen Gebäuden wiedergegeben.
Auf der Landseite fällt auf, dass der Anflugbefeuerung der 22, einer ALSF-II, die Laufblitzlichter fehlen, dafür aber REIL verbaut wurden, was beim Vorbild nicht der Fall ist. Atelic wurde darauf aufmerksam gemacht.
Selbstverständlich wurden von Atelic die beiden Gleitweg- und Landekurssender der beidseitig verfügbaren Instrumentenlandesysteme (ILS) korrekt gestaltet und eingebaut.
Positiv fallen alle Bauten, die Rollwege und Vorfelder auf, die ordentlich platziert sowie (abgenutzt) texturiert und mit allerlei Hinweismarkierungen und -beschilderungen versehen wurden. Sie stimmen im Vergleich mit aktuellen Satellitenbildern mit dem real existierenden Vorbild überein.
Auf den Vorfeldern bewegen sich einige Fahrzeuge umher. In der Feuerwache im Nordosten des Geländes sind einige Löschfahrzeuge zu sehen.
Die nächtliche Beleuchtung wirkt stimmig, die Vorfelder werden nach wie vor mit orange leuchtenden Natriumdampflampen beleuchtet, was die Szenerie zeigt.



Wie an der realen Parkpostionen wurden simuliert die Standplätze 7 bis 10 sowie 30 bis 38 mit VDGS ausgestattet. Atelic nutzt die Geräte von GSX Pro, für das ein Profil mitgeliefert wird.

Den Tower zeigt Atelic nach wie vor mit Lotsen besetzt, obwohl der Platz seit Ende 2025 (drei Jahre später als geplant) „ferngesteuert“ durch Lotsen der „Remote Tower Control“ (RTC) der Deutschen Flugsicherung (DFS) am Flughafen Leipzig-Halle kontrolliert wird. Von hier aus werden zudem die Plätze Saarbrücken (2018) und Erfurt (2022) überwacht. Atelic trägt dem mit vielen auf dem Towerdach installierten (Infrarot-)Kameras Rechnung.
Das innen erstaunlich geräumige Terminal verfügt landseitig über sich drehende Rundtüren und eine ansehnliche Innenmöblierung. Sie ist zum Teil aus den Cockpits davor geparkter Flugzeuge zu sehen.
Wer sucht, findet eine DC-3 zwischen den Hangars der EFW. Sie wird benutzt, da es kein Modell einer IL-14P gab.

AI-Verkehr und Performance
Der AI-Verkehr von FS Live Traffic Liveries (FSLTL) hat plausible Ergebnisse in Form passender Airlines geliefert und die Ablaufgeschwindkeit mit bekannten B737- und A320-Modellen ließ keine Wünsche offen.
Fazit
Nu gugge ma da: Wieder einmal sehr gut gemacht, Atelic…
Der eher unspektakuläre Airport von Dresden wurde überaus ordentlich und zum fairen Preis umgesetzt.
Die Anschaffungsempfehlung von FS Reviews dafür: Nu freilisch, fliecht nach Dreesdn!
Bert Groner
…im März 2026
Eiforbibbsch…
Weil Dreesdn einschließlich des „Blauen Wunders“ ebenfalls „by default“ ansehnlich ist im MSFS 2020 und MSFS 2024, hier einige Screenshots zum Genießen:
Flugnavigationskarten
- Freeware
- Deutsche Flugsicherung (DFS) AD Flugplätze > AD 2 Flugplätze > Auswahl Flugplatz > Auswahl Karte(n) …zum Ausdrucken oder Speichern Klick auf das Drucksymbol oben rechts > Klick auf das Download- oder Drucker-Symbol
- Payware
- Navigraph (Abo-Modell auf Wunsch mit Flugnavigationsdaten)
Unter diesem Link findet ihr alle FS Reviews von Bert Groner, die bislang auf Flightnews24 erschienen sind.
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