Im Test: Malta (LMML) von iniBuilds für MSFS 2024
iniBuilds never sleeps… Das britische Label „haut einen nach dem anderen raus“: Seien es Flugzeuge oder Airport-Szenerien. Jetzt hat es die Mittelmeer-Insel Malta mit ihrem internationalen Flughafen namens Luqa „getroffen“. Reisen wir virtuell hin…

Realität
Malta ist eine 246 km² große Insel im Mittelmeer. Sie liegt gut 100 Kilometer südlich des Südostens von Sizilien entfernt.

Zu Malta gehören die kleineren Inseln Comino mit 2,7 km² und Gozo mit 67 km² im Westen sowie die unbewohnten Eilande Filfla im Süden sowie St. Pauls Island im Nordwesten von Malta. Auf letzterer steht eine Statue des Heiligen, der im Jahr 60 vor Malta auf dem Weg nach Rom Schiffbruch erlitt und gut drei Monate auf der Insel verweilen musste.
Auf der Insel leben aktuell rund 550.000 Menschen in der Republik Malta vor allem vom Flug- und Kreuzfahrt-Tourismus, dem Seehafen und der Werft im Osten, der Landwirtschaft und dem Weinbau vor allem auf Gozo.
Bei Touristen besonders beliebt ist die Inselhauptstadt Valetta, die komplett von hohen Mauern und Bastionen geschützt wird. Sie galt für ihre Entstehnungszeit ab 1566 als eine der am besten geschützten Städte der Welt. Im Innern der Mauern sind etliche historische Gebäude enthalten wie der Großmeisterpalast des Malteserordens, die Konkathedrale San Gwann (Cokathedrale St. John) und das Fort St. Elmo. Als Fotomotive stehen die zahlreichen Holzbalkone der zahlreichen Privathäuser in Valetta hoch im Kurs.
Auf Malta ist subtropisches Klima mit Temperaturen von gut 32 Grad Celsius im Sommer und 16 Grad im „Winter“ bei um die 70 Prozent Luftfeuchtigkeit anzutreffen. Die Insel ist sehr trocken – sie wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2011 als wasserärmster Staat der Erde benannt. Trinkwasser wird importiert und in mehreren Meerwasser-Entsalzungsanlagen gewonnen.
Bekannt wurde Malta durch seine Megalithkultur, in der von 3.800 bis 2.500 vor Christus Tempelanlagen gebaut wurden. Danach war die Insel lange unbewohnt. Erst ab zirka 800 vor Christus herrschten hier Phönizier, oströmische Byzantiner, Römer, Vandalen und Araber über die Insel, gefolgt von europäischen Herrscherhäusern. 1530 übergab Karl V, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (zugleich König Carlos I von Spanien) die Insel als Lehen an den katholischen Johanniterorden, der zuvor die Insel Rhodos hatte räumen müssen.
Wegen der Ortswahl wurde der Orden schnell auch Malteserorden genannt, und der Johanniterorden wurde ab 1539 beginnend in Brandenburg evangelisch. Der Malteserorden verteidigte Malta 1565 erfolgreich gegen die Osmanen.
1798 waren die Franzosen und ab 1800 Briten Besetzer. Die Briten regierten die Inseln bis 1964.
Im Zweiten Weltkrieg trugen Deutsche und Italiener nicht weniger als 2.000 Luftangriffe auf die Insel vor. Wegen vergleichsweise geringer Schäden und Opferzahlen nannte der britische Premierminister Winston Churchill Malta einen „unsinkbaren Flugzeugträger“. 1957 wurde Malta von den Briten in die „Selbstverwaltung“ entlassen, am 21. September 1964 folgte die Unabhängigkeit.
Flughafen Malta

Nur gut fünf Kilometer südlich der Inselhauptstadt Valetta wurde der Flughafen der Insel gebaut. Er trägt die IATA- und ICAO-Kennungen MLA und LMML.
Die Geschichte geht bis auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Wegen der strategisch wichtigen Lage „mitten im Mittelmeer“ wurde der Platz zunächst militärisch genutzt, bereits 1920 folgten erste zivile Flüge. Die Royal Air Force (RAF) unterhielt die Flugplätze Ta’Qali und Hal-Far auf Malta. Sie wurden besonders für die Versorgung und die Unterstützung von alliierten Soldaten in Nordafrika genutzt.
Ta’Qali und Hal-Far sind heute kaum mehr als Flugfelder zu erkennen. Ab den 1970er Jahren entstand in Ta’Qali, das sich rund sieben Kilometer nordwestlich des Flughafens befindet, ein Künstlerviertel. Heute gibt es nördlich des ehemaligen Flugfelds ein kleines Weingut. Hal-Far im Südosten der Insel wird seit vielen Jahren als Gewerbegebiet genutzt.
Heute verfügt der Airport über die beiden Asphaltpisten 05/23 mit 2.373 mal 45 und 13/31 mit 3.350 mal 50 Metern. Sie wurden wie folgt ausgestattet:
| Bahn | ILS | LOC | RNP | ALS | REIL | PAPI |
| 05 | – | – | ja | SALS ° | ja | links |
| 13 | CAT I | ja | ja | PALS * | – | links |
| 23 | – | – | ja | SALS ° | ja | links |
| 31 | CAT I | ja | ja | PALS ** | – | links |
° Vereinfachte und verkürzte Anflugbefeuerung (Simple Approach Light System) * Precision Approach Lighting System ** CALVERT
Die Flughafenfeuerwehr verfügt über neun Fahrzeuge, darunter einen Rosenbauer Panther A148 8 x 8 „Piercer“ und zwei Rosenbauer Panther A146 6 x 6 sowie ein Rosenbauer MAN Rapid Intervention Vehicle (RIV). Die European Union Safety Agency (EASA) hat den Platz in die zweithöchste Brand- und Rettungskategorie 9 eingestuft. Flugzeuge bis zur Größe einer A330, A340 und Boeing 777 dürfen hier operieren.
Laut Airport-Webseite und FlightConnections bedienen aktuell gut 30 Fluggesellschaften 110 Flugziele in 33 europäischen Ländern sowie Tripolis in Lybien, Doha in Qatar sowie New York in den USA.
Die Betreibergesellschaft, die Malta International Airport plc. (MIA), meldet für 2025 folgende Zahlen:
| Passagiere | 10.061.969 |
| Frachttonnage | 2.733.023 |
| Luftpost | 156.207 |
| Flugbewegungen | 65.470 |
Seit 2002 ist Lufthansa Technik in einem Joint Venture mit Air Malta (am 30. März 2024 geschlossen – der Betrieb wurde ab dem 1. April 2024 durch die neu gegründete KM Air Malta fortgeführt) in Form eines gemeinsamen Werftbetriebs tätig. Gewartet werden können Flugzeuge der A320-Familie bis hin zur A350.
Informationen
Flugnavigationskarten
- Freeware
- tm Aviation > Klick auf den orangenen AIRAC-Link rechts > automatischer Download des PDF > Karten finden sich am Ende des Dokuments mit 450 Seiten!
- Payware
- Navigraph (Abomodell mit Flugnavigationsdaten)
Simulation
Cornel Grigoriou und Rainer Duda brachten 2006 „The Islands of Malta“ im Auftrag von Sim-Wings für den FS 2004 heraus. Der Malteser Daniel Chircop präsentierte den Platz 2005 für den FS 2004 sowie im Jahr 2009 für den FS X.
JustSim brachte den Airport erstmals im Jahr 2018 für den Prepar3D (P3D) v4 heraus. Eine Version für den X-Plane 11 kam 2019 auf den Markt, die v2 für den P3D v5 im Jahr 2020. 2021 wurde die Umsetzung für den MSFS 2020 veröffentlicht.
Ebenfalls 2020 stellt Rainer Kunst von Simmershome die Freeware „Malta Complete“ vor, eine Darstellung von Flughafen und Insel(n) für den P3D v4.4+.
Im August 2026 war iniBuilds an der Reihe, den Airport für den MSFS 2024 in das eigene virtuelle Ladenregal zu stellen.

Der Airport kostet 17,44 Euro und wird via iniManager v2 gekauft, installiert und aktualisiert. Der Erwerb via der iniBuilds-Webseite ist ebenfalls möglich.
Die Insel wurde mit dem World-Update IX vom 17. Mai 2022 für den MSFS 2020 optisch aufgehübscht und baulich verdichtet. Das Update ist auch im MSFS 2024 wirksam und sorgt allerorten für eine ansonsten eher ungewohnte „Vielfarbgrelligkeit“.
Der Airport wurde von iniBuilds weitgehend nahtlos in seine Umgebung eingebaut. Weitgehend deswegen, weil es hässliche Übergänge in die grün-blauen Straßen auf der Terminalseite des Platzes gibt. Im Flug fällt das kaum auf, bei „low & slow“-Rundflügen allerdings umso deutlicher.
Auf dem virtuellen Boden angekommen, wird klar, wie gut die Designer die offiziellen Flughafenkarten ausgewertet habe: Die in 3D ausgeführten Anflugbefeuerungen entsprechen dem realen Vorbild, die ungewöhnlich zahlreichen Bodenmarkierungen, die überall anzutreffen sind, und nach Stichproben auch die vielen Hinweisschilder sind lagerichtig vorhanden.
Wie nicht anders zu erwarten, hat iniBuilds alle Bauten innerhalb des Airport-Perimeters detailliert, plausibel texturiert und beleuchtet umgesetzt. Auf der Landseite fehlen hingegen einige wenige Flachbauten. Das Terminal wurde innen ausgestattet. Teile davon sind aus den Cockpits davor geparkter Flugzeuge zu sehen.
Das Label liefert ein wenig Bodenverkehr auf der Luftseite und ein eigenes Profil für GSX Pro mit, die Ablaufgeschwindigkeit ist immer gut. AI-Verkehr tummelt sich mit den hier real verkehrenden Airlines.
Erkannte Probleme
Neben den bereits erwähnten Straßenübergängen und fehlenden Bauten auf der Landseite gibt es Unstimmigkeiten bezüglich der Installation von REIL an den Bahnen und dem rechts eingerichteten PAPI der 31. Die Angaben von Jeppesen und der maltesischen Flugsicherung sind unterschiedlich.
Eine „verirrte“ Fahrtreppe kollidiert auf der Parkpostion 21 mit dort als Startposition aufgestellten Flugzeugen. Der markante Radarturm mit weißer Kuppel nahe der bekannten Dingli Cliffs im Westen des Airports fehlt.
iniBuilds wurde in deren Forum um ein Update gebeten.
Fazit
Die Szenerie ist auf der Luftseite hervorragend gelungen, hätte allerdings in der Peripherie mehr Aufmerksamkeit verdient.
Ohne Frage ist sie besser und aktueller ausgefallen als das Angebot von JustSim für den MSFS 2020, das Mitte 2021 erschien. Diese Szenerie wurde nach dem Erscheinen des MSFS 2024 kompatibel zu diesem Simulator gemacht…
Bert Groner
FS Reviews
…im September 2026
Unter diesem Link findet ihr alle FS Reviews, die bislang auf Flightnews24 erschienen sind.
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