Seit geraumer Zeit arbeitet die Precision Manuals Development Group, kurz PMDG, an einer Umsetzung der Boeing 737 für den Microsoft Flight Simulator. Eigentlich war mit einer Veröffentlichung des Airliners noch in diesem Jahr gerechnet worden. Doch daraus dürfte nun doch nichts werden. Gründer und Chefentwickler Robert S. Randazzo hat sich diesbezüglich mit schlechten Nachrichten im PMDG Forum gemeldet. In seinem Posting – aus dem Englischen übersetzt – schreibt er u. a.:

“Wir haben seit einiger Zeit geplant, die lang erwartete PMDG 737 für MSFS noch vor Jahresende zu veröffentlichen. Wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, den Zeitplan für die Veröffentlichung der 737 vorübergehend aus der Diskussion zu nehmen. Es sind einige Änderungen und Korrekturen an der MSFS-Plattform erforderlich, ohne die wir die 737 nicht veröffentlichen können. Wir wissen derzeit nicht, wann diese Änderungen/Fehlerbehebungen zu erwarten sind, so dass wir uns nicht wohl dabei fühlen, eine Markierung auf dem Kalender zu setzen, bis wir diese Informationen in den Händen haben.”

Man könne deshalb keine Prognosen über einen Erscheinungstermin abgeben, weil die Veröffentlichung von einigen Änderungen abhängen würde, die PMDG von Asobo (Anm. Entwicklerstudio des MSFS) gefordert habe und man derzeit keine Klarheit darüber habe, wann mit diesen Änderungen zu rechnen sei, wenn überhaupt.

Und Randazzo setzt noch eines drauf:

“Wenn die Änderungen nicht vorgenommen werden, müssen wir einige Kernfunktionen entfernen, die wir für wichtig halten, um die 737 in vollem Umfang genießen zu können, unabhängig davon, auf welcher Plattform (Anm. PC oder Xbox) Sie simulieren. Aus diesem Grund hoffen wir, dass unsere Wünsche berücksichtigt werden, und wir wollen den Wünschen Zeit geben, um von Asobo verdaut, erforscht und verstanden zu werden. Selbst wenn die von uns geforderten Änderungen heute umgesetzt werden – wir müssen warten, bis sie den Test- und Freigabeprozess für MSFS durchlaufen haben, und eine solche Maßnahme und ein Zeitplan sind unklar, daher möchten wir diese Informationen klären, bevor wir die 737 einfach auf ein neues Datum verschieben und hoffen, dass sich die Dinge zum Besten wenden”

Außerdem sei es auch in der bisherigen Entwicklung zu Verzögerungen gekommen, die so begründet werden:

Leider führte das Fehlen geeigneter Debugging-Tools (Anm. Werkzeug zum Auffinden von Fehlern in Programmen) in Verbindung mit einer Reihe von Problemen, die mit der Veröffentlichung des Sim Update 7 in die Entwickler-Tools eingeführt wurden, zu langen Build-Zeiten und CTDs (Anm. Crash to desktop – Programmabstürzen) bei der Arbeit in der Entwicklerumgebung, was die gesamte 737-Entwicklung für einige Wochen unerwartet zum Stillstand brachte. Asobo hat uns Zugang zu einigen Änderungen gewährt, die auf den von uns gemeldeten Problemen basierten, und diese Änderungen haben dazu beigetragen, einige der mit dem SU7 aufgetretenen Probleme zu beseitigen, so dass wir langsam wieder zu unserer üblichen Geschwindigkeit zurückkehren. Ich muss jedoch ehrlich sein und sagen, dass wir sehr besorgt über anhaltende Unterbrechungen des Fortschritts aufgrund von Problemen sind, die auf diese Weise durch Updates entstehen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass die gesamte Entwicklung zum Stillstand kommt, während wir auf den nächsten Aktualisierungszyklus warten, damit wir eine fehlerhafte Änderung beheben können – und das ist wirklich ein Worst-Case-Szenario, über das ich mir bis zum letzten Aktualisierungszyklus keine Sorgen gemacht habe.

Sobald man etwas mehr Klarheit habe, werde man in der Lage sein, einen Veröffentlichungstermin zu nennen.

Trotz der Probleme gehe die Entwicklung der 737 aber voran. So habe etwa die Arbeit am EFB (Anm. Elecronic Flight Bag = eine Art iPad im Cockpit) begonnen, und das Team sei dabei, die Funktionsbereiche zu evaluieren, die möglicherweise angepasst werden müssten, um mit den äußerst restriktiven Grenzen der MSFS-Umgebung zurechtzukommen. Die Anzeige der Flughafenkarte im EFB zum Beispiel werde von einer Technologie gesteuert, die im MSFS ausdrücklich verwehrt wurde, so dass erst geprüft werde, wie diese Funktionalität beibehalten werden könne.

Bei allem Negativen gebe es auch Fortschritte: So würden derzeit das Flugmodell sowie die Cockpit- und Modellanimationen optimiert. Flugzeug- und Triebwerksmodelle würden an die neue Umgebung angepasst und die internen Tests des Flugzeugs würden “Tag und Nacht” stattfinden.

Optisch gehe es prächtig voran, vor allem im Cockpit mit einem völlig neuen Look mit Beleuchtung und Details, von denen man bisher nur träumen konnte.

Weiter Cockpit-Screenshots sollen folgen…

Eines ist damit aber klar. Mit einer Veröffentlichung der PMDG Boeing 737 für den Microsoft Flight Simulator wird es heuer wohl sicher nichts mehr werden. Und ob das Flugzeug im 1. Quartal 2022 erscheinen wird, steht in den Sternen…

Was tut sich im Moment bei der Xbox Version der DC-6, die PMDG wegen anhaltender Probleme, etwa Programmabstürzen, einstweilen vom Marktplatz nehmen musste? Hier warte man immer noch auf weitere Updates von Microsoft oder Asobo. Also auch hier: Bitte warten! Wenn auch vermutlich kürzer…