„GlassOut“: Instrumenten-Streaming ohne Performance-Verlust
Wer sein Home-Cockpit mit externen Bildschirmen, Tablets oder Smartphones erweitern möchte, stand im Microsoft Flight Simulator 2024 und 2020 bisher meist vor einem Dilemma: Das manuelle Auskoppeln von Instrumentenfenstern („Pop-out“) kostet mitunter spürbar Frames und verringert die Simulationsrate. Das derzeit in der Beta-Phase befindliche Tool „GlassOut“ verspricht hier eine technisch grundlegend andere Lösung.
Das Prinzip ist pragmatisch
Anstatt Avionik-Displays über die sim-interne UI-Funktion auszulagern, greift die Software die Bilddaten direkt im Hintergrund ab und streamt sie in Echtzeit ins lokale Netzwerk. Der gesamte Prozess erfordert kein manuelles Interagieren mit Fenstern im Simulator.
Technische Architektur und Systemanforderungen
Das Auslesen der Bilddaten erfolgt asynchron direkt über die GPU und passt sich dynamisch an die Aktualisierungsrate der Cockpit-Anzeigen an. Da auf Video-Encoder verzichtet wird und kein zusätzlicher Videospeicher (VRAM) beansprucht wird, bleibt der Einfluss auf die Bildwiederholrate (FPS) vernachlässigbar gering.

Bedingung: GlassOut unterstützt den MSFS 2024 und 2020 ausschließlich unter DirectX 12 (DX12). Die ältere DirectX 11-API wird nicht unterstützt. Nutzer müssen die Grafikeinstellungen im Simulator entsprechend umstellen.
Einrichtung und Inbetriebnahme
Die Ersteinrichtung ist laut Entwickler in rund fünf Minuten erledigt: Nach dem Download wird die Setup-Datei ausgeführt. Beim Start erfordert die App administrative Rechte (UAC), um die Panel-Daten direkt aus dem Simulator auslesen zu können.


Sobald man sich im Cockpit des MSFS (2020 oder 2024) befindet, erkennt GlassOut den Simulator automatisch. Im Reiter „Discover“ listet das Tool alle erkannten Instrumentenpanels auf.

Über den Desktop-Client lassen sich die Anzeigen als rahmenlose Fenster öffnen. Alternativ wird eine lokale URL generiert. Diese kann auf jedem Endgerät im selben Netzwerk via Browser aufgerufen oder direkt in den nativen iOS- und Android-Apps geladen werden (wobei ein 5-GHz-WLAN empfohlen wird). Für verschiedene Flugzeuge lassen sich Profile erstellen. Hier können Bildschirmausschnitte (Fragments) definiert und exakte Fensterpositionen für Zusatzmonitore abgespeichert werden, die beim nächsten Start automatisch wieder geladen werden.
Lokaler Betrieb und Hardware-Integration
GlassOut läuft vollständig lokal auf dem PC. Es wird weder ein externer Server noch eine Registrierung vorausgesetzt. Die Verbindung erfolgt per WLAN oder LAN. Für physische Cockpit-Bauten erlaubt die integrierte „Run“-Funktion, rahmenlose Fenster pixelgenau auf vordefinierten Zusatzmonitoren zu platzieren. Für die mobile Nutzung auf Smartphones und Tablets stellt das Projekt native Apps bereit:

Preis und Demo-Einschränkung
Die Vollversion kostet einmalig 18 US-Dollar (kein Abo) für unbegrenzt viele Endgeräte im Heimnetzwerk inklusive aller Updates der Hauptversion. Die kostenlose Demo-Version ist technisch voll funktionsfähig, blendet jedoch sehr präsente, fast schon aufdringliche „Demo“-Wasserzeichen in Magenta-Schrift über den gestreamten Fenstern ein.

Für den primären Zweck – die Überprüfung einer fehlerfreien, flüssigen Übertragung auf der eigenen Hardware – reicht diese Testmöglichkeit aber völlig aus.
GlassOut — Faktenübersicht
- Entwicklungsstatus: Beta-Phase
- Kompatibilität: MSFS 2020 / MSFS 2024 (nur DirectX 12)
- Plattformen: Windows (Server), Native Apps für iOS & Android
- Infrastruktur: Rein lokal (keine Cloud, kein Account-Zwang)
- Preis: 18 USD (Einmalkauf, Lebenslange-Lizenz für die Major-Version)
- Demo-Modus: Kostenlos, voll funktionsfähig, jedoch mit aggressivem Wasserzeichen
Alles Weitere auf der Homepage des Entwicklers unter: glassout.flyingart.dev. Dort kann auch die kostenlose Demo-Version heruntergeladen werden.
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