Gute Nachrichten gibt es von Fenix Simulations, die derzeit einen Airbus A320 für den Microsoft Simulator entwickeln.

Die nach dem Sim Update V aufgetretenen Probleme haben die Entwicklung ihres Study-Level Fliegers kaum beeinträchtigt. Im hauseigenen Blog heißt es dazu u. a.:

“Aus unserer Sicht hat das Flugzeug das Update relativ unbeschadet überstanden. Im Betrieb funktionierte es sofort, wobei hier und da einige Anpassungen für den Lastausgleich und Leistungsoptimierungen erforderlich waren – aber es war absolut brauchbar. Auch die visuelle Seite brauchte nur eine kleine Anpassung und funktioniert jetzt wieder einwandfrei. Es gibt noch ein paar Ungereimtheiten bei der Darstellung von Glas, die wir uns später genauer ansehen werden, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden. Dies war eine schöne Demonstration unserer externen Architektur, die uns einige Zuverlässigkeitsvorteile bietet.

Überraschend die Aussage, dass der von Fenix Simulations entwickelte Airbus bessere Performance-Werte aufweist, als der A320 Standardflieger, allerdings mit Einschränkungen:

“Auch aus Sicht der Leistung haben wir davon profitiert. Unser A320 läuft jetzt besser als der Standard-A320. Es gibt noch einiges zu tun, und im Interesse absoluter Transparenz – wir wissen nicht, ob und wann sich dies durch ein zukünftiges Update ändern wird, also glauben Sie das erst, wenn der Fenix A320 auf Ihrem System ist.”

Dazu zwei Vergleichs-Screenshots mit den entsprechenden FPS-Werten (Frames per Second = Bilder pro Sekunde):

Der Standard-A320 – gerendert in 4k, angezeigt in 1440p, alle Einstellungen auf ULTRA, auf der RW31L von KJFK mit 41,7 FPS.
Der Fenix A320 – gerendert in 4k, angezeigt in 1440p, alle Einstellungen auf ULTRA, auf der RW31L von KJFKs mit 42.1 FPS.

“Wir sind mit dem aktuellen Stand der Leistung zufrieden, aber wir werden während der Alpha-Phase weiterhin jedes Frame finden und extrahieren, das wir finden können.

Außerdem einige Cockpitaufnahmen, die die CPDLC (Controller–pilot data link communication) betreffen:

Und neue Flugzeugbemalungen…

* Update 8.7.: Fenix Simulations hat bestätigt, dass die gesamte Systemlogik für den Flieger von ProSim-AR stammt. Dahinter verbirgt sich ein namhaftes Unternehmen aus den Niederlanden, das Software sowohl für Homecockpits als auch für professionelle Flugsimulatoren entwickelt und vertreibt. Zu den Kunden gehören laut Homepage u. a. Air China, Japan Airlines, TuiFly und die European Aviation Academy. Fenix Simulations hat nach eigenen Angaben eine Lizenz erworben, um die Software zu nutzen und in ihren A320 entsprechend “einzubauen” und zu modifizieren.

Eine geniale Lösung! Das gesamte Berechnungsmodell läuft vermutlich extern über ein kleines Programm, das über Simconnect – also die offizielle Schnittstelle des MSFS – verbunden ist. Dadurch werden gewisse Prozesse, die im Simulator selber nicht möglich sind oder nur sehr aufwendig programmiert werden müssten, umgangen. Durch die externe Lösung wird die Performance des Microsoft Flight Simulators kaum oder überhaupt nicht negativ beeinflusst. So erklären sich auch die sehr guten FPS-Werte (siehe oben). Und es wird auf eine Software zurückgegriffen, die bereits ausgereift ist und einen Study-Level Flieger garantiert.

Einen Nachteil hat die Sache aber. Auf der XBox Series X/S wird der Flieger von Fenix so nicht landen können. Die Konsole ist (derzeit) ein geschlossenes System, das kein Ausführen externer Programme erlaubt. Auch eine Simconnect-Anbindung ist nicht möglich. Und das wird vermutlich so bleiben.

Die Vor- und Nachteile der Xbox könnt Ihr übrigens hier nachlesen.