Eigentlich hätte sie schon am 7.9. im Microsoft Flight Simulator landen sollen, die Junkers JU-52. Gleichzeitig mit dem World Update 6 für die DACH-Region, also Deutschland (D), Österreich (A) und die Schweiz (CH). Doch daraus wurde nichts. “Das Team hat beschlossen, die Junkers JU-52 um ein paar Wochen zu verschieben, um ein paar verbleibende Bugs im Flugzeug zu beseitigen.” ließ Microsoft die Community wissen. Aber was sind schon ein paar Wochen im Leben einer mittlerweile 89 jährigen Dame, die schon viel gesehen und erlebt hat?

1932 ist das Geburtsjahr dieses dreimotorigen Verkehrs- und Transportflugzeuges. Die deutsche Junkers Flugzeugwerk AG in Dessau hat es gebaut. Vorlage war das einmotorige Modell Ju 52/1, weshalb die dreimotorige Ausführung zunächst den Zusatz “3m” verpasst bekommen hat – “3m” für drei Motoren. Also, wenn man es genau nimmt “Junkers Ju 52/3m”.

Schon bald nach dem Erstflug kaufte die „Deutsche Luft Hansa AG“ im Mai 1932 die ersten Maschinen. Bei den Passagieren war die JU-52 sehr beliebt, weil sie für damalige Verhältnisse hohen Komfort bot, etwa eine Heizung und ein “Bordinformationssystem”, bestehend aus Höhenmesser und Thermometer sowie ausgelegten Flugkarten. Auch schwierigste Strecken über die Alpen konnten von der Tante JU sicher und zuverlässig gemeistert werden.

Der deutschen Luftwaffe diente die JU-52 als Transportflugzeug. Rund 4.800 Maschinen dieses Typs wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gebaut. Einige wenige Modelle sind bis heute erhalten geblieben und wurden bis vor kurzem für Oldtimer-Flüge genutzt, lediglich fünf Maschinen sind heute noch in flugfähigem Zustand. Ein paar Maschinen können in Museen in der ganzen Welt bewundert werden.

Allgemeine Merkmale

  • Besatzung: Zwei
  • Kapazität: 17 Passagiere
  • Länge: 19 m (62 ft)
  • Spannweite: 29 m (96 ft)
  • Höhe: 5,5 m (18,2 ft)
  • Flügelfläche: 110,50 m2 (1.189,4 sq ft)
  • Leergewicht: 5.720 kg (12.610 lb)
  • Bruttogewicht: 9.500 kg (20.944 lb)
  • Maximales Abfluggewicht: 10.499 kg (23.146 lb)
  • Triebwerk: 3 × BMW 132A-3 9-Zylinder-Sternkolbenmotoren mit 725 PS und Luftkühlung

Flugleistung

Höchstgeschwindigkeit: 265,5 km/h (165,0 mph, 143,4 kn) auf Meereshöhe, 276,8 km/h (172,0 mph; 149,5 kn) in 910 m (3.000 ft)

Reisegeschwindigkeit: 246 km/h (153 mph, 133 kn) maximal kontinuierlich in 910 m (3.000 ft), 209 km/h (130 mph; 113 kn) wirtschaftliche Reisegeschwindigkeit

Reichweite: 998 km (620 mi, 539 nmi)

Dienstgipfelhöhe: 5.900 m (19.360 ft)

Steiggeschwindigkeit: 3,9 m/s (770 ft/min)

Der “Nachbau” im Microsoft Flight Simulator ist ausgesprochen detailliert ausgefallen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Eines der letzten noch existierenden Exemplare wurde mit einem hochauflösenden Digitalscanner gescannt. Bernd Junkers – der Enkel des ursprünglichen Konstrukteurs Hugo Junkers – und die Organisation, die die letzten erhaltenen Exemplare dieses berühmten Flugzeugs bewahrt, unterstützten das Projekt. Außerdem half bei der Umsetzung ein Pilot mit, der eine der letzten Junkers JU-52 geflogen hat.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Die Junkers JU-52 kann in zwei unterschiedlichen Cockpitausführungen geflogen werden, mit den Instrumenten aus dem Jahr 1939 oder in der nachgerüsteten, modernen Version.

Außerdem gibt es in der 39er-Version eine Maschine mit Schwimmern für Landungen auf dem Wasser und eine mit Kufen auf Schnee.

Insgesamt stehen elf unterschiedliche Bemalungen zur Auswahl.

Das Flugzeug ist ab sofort über den MSFS-Marktplatz sowohl für den PC als auch für die Xbox X/S erhältlich. Der Preis von € 14,99 ist eine echte Ansage. Wer den MSFS auf dem Computer und auf der Xbox nutzt, muss die Maschine nur einmal kaufen und kann sie mit seinem Account auf beiden Systemen ohne Mehrkosten fliegen.