LatinVFR A330neo bekommt großes V2-Update: Das ist neu
Vor rund drei Jahren hat LatinVFR (LVFR) den Airbus A330-900neo für den Microsoft Flight Simulator 2020 veröffentlicht. Höchste Zeit also für eine „Auffrischung“. Deshalb steht jetzt das bislang umfangreichste Update für das Langstreckenflugzeug an. Die Entwickler haben offensichtlich ordentlich an der Systemtiefe des Airliners geschraubt. Entsprechend bringt Version 2.0 eine deutlich umfangreichere Avionik und zusätzliche Funktionen für den Microsoft Flight Simulator 2024. Gute Nachricht für bestehende Kunden: Für sie ist das Update kostenlos.

Neue MCDUs und umfangreiche Flugplanung
Eine der zentralen Neuerungen ist die vollständig überarbeitete MCDU. LVFR setzt jetzt auf zwei physisch getrennte, voneinander unabhängige MCDUs nach dem Vorbild des echten A330-900. Zusätzlich steht eine dritte MCDU als Referenz zur Verfügung. Mittlerweile Standard in der Flugsimulation.
Die Flugplanung wurde deutlich erweitert. Unterstützt werden unter anderem sekundäre Flugpläne, Airways und Prozeduren, Holdings, Direct-to, Fix Info, Step Altitudes, Required Time of Arrival (RTA), Company Messages sowie vollständige Wind-Seiten. Auch SimBrief lässt sich direkt über die MCDU nutzen. Flugpläne können über die OFP- und AOC-Funktionen importiert beziehungsweise übertragen werden.
Realistischere Systeme und Anzeigen
PFD, ND und ECAM sollen künftig nach der tatsächlichen Systemlogik des A330 arbeiten. Für das ECAM wurden zahlreiche Systemseiten umgesetzt, darunter Triebwerke, Treibstoff, Hydraulik, Elektrik, Klimaanlage, Türen, Fahrwerk, Bleed-System und Flugsteuerung.
Auch die Flugautomatik wurde grundlegend erweitert. Autopilot, Flight Director und Autothrust unterstützen die verschiedenen Betriebsarten des Originals. Dazu gehört auch die Schubsteuerung über die realen Detents CL, MCT, FLEX und TOGA sowie die entsprechende AUTOLAND-Anzeige im Glareshield.
Bei den Flugzeugsystemen berücksichtigt LVFR unter anderem eine realistischere Treibstoff-, Elektrik-, Hydraulik- und Druckkabinenlogik. Der Start der Avionik erfolgt stufenweise, während die IRS-Ausrichtung und ein detaillierteres Bremstemperaturmodell ebenfalls simuliert werden.
Navigation, TCAS und ATC
Neu ist auch die Simulation von GNSS-Störungen durch Jamming und Spoofing. Dadurch sollen sich Auswirkungen auf die Navigationsgenauigkeit realitätsnah nachvollziehen lassen.
Für mehr Sicherheit im Flugbetrieb kommen ein überarbeitetes TCAS, Runway Overrun Protection (ROP) und Runway Overrun Warning (ROW) hinzu. ATSAW liefert außerdem Informationen über den Online-Flugverkehr, unter anderem auf VATSIM.
Die Kommunikation mit der Flugsicherung wird durch Hoppie ACARS erweitert. Unterstützt werden unter anderem Pre-Departure Clearance (PDC) und Oceanic Clearance. Ein eigenes DCDU dient dabei als Anzeige- und Eingabesystem für den Datenaustausch.
EFB mit zahlreichen Funktionen
Auch das Electronic Flight Bag erhält zusätzliche Funktionen. Dazu gehören die Integration von SimBrief und Navigraph, interaktive Checklisten, aktuelle Wetterinformationen sowie Berechnungen für Weight & Balance, Takeoff- und Landing-Performance etc..

Darüber hinaus lassen sich verschiedene Bodenservices direkt über das EFB steuern. Dazu zählen unter anderem GPU, Bremsklötze, externe Druckluft und Jetways.
Wettereffekte und sichtbare Abnutzung
Ein großer Teil der Neuerungen betrifft den Microsoft Flight Simulator 2024. Das Flugzeug reagiert künftig sichtbar auf die Umweltbedingungen. Eis kann sich an Tragflächen, Vorflügeln und Triebwerkseinläufen bilden. Bei abgestelltem Flugzeug kann sich unterhalb des Gefrierpunkts Schnee auf der Außenhaut sammeln, der bei steigenden Temperaturen wieder schmilzt.
Auch Verschmutzungen, Flüssigkeitsspuren und Reifenverschleiß sollen sich im Laufe mehrerer Flüge aufbauen. Bei Regen sammeln sich zudem Wassertropfen auf der Cockpitscheibe. Die Scheibenwischer arbeiten mit einem entsprechend sichtbaren Wischbereich – sowohl aus dem Cockpit als auch von außen.
Passagiere, CFD und Bodenabfertigung
Im MSFS 2024 werden außerdem sichtbare Passagiere integriert. Ihre Anzahl und Position sollen mit der im Weight-&-Balance-System eingestellten Zuladung übereinstimmen.
Auch die Vorbereitung des Flugzeugs wird detaillierter. Bei einem Cold-and-Dark-Stand können unter anderem Triebwerks-, Pitot- und Statikabdeckungen sowie Fahrwerksbolzen und Radkeile angebracht sein. Diese müssen einzeln entfernt werden. Eine Remove-Before-Flight-Kontrolle im EFB warnt zudem, wenn ein Triebwerk gestartet wird, obwohl sich noch eine Sicherung am Flugzeug befindet.
A330-900neo V2 kommt kostenlos
Das Update auf V2 wird für bestehende Kunden – wie erwähnt – kostenlos angeboten. Die neue Version soll in Kürze über den In-Sim-Marketplace sowie über die LVFR-Vertriebspartner, etwa Contrail, erhältlich sein. Die bisherige „Legacy“-Avionik bleibt parallel bestehen und richtet sich an Piloten, die eine einfachere Ausstattung bevorzugen. LVFR hat vor, anschließend auch die übrigen Airliner in den kommenden Wochen entsprechend auf V2 zu aktualisieren.
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