RAM-Schock: Warum PC-Aufrüsten so teuer ist
Wer sich für aktuelle Flugsimulationsprogramme wie den MSFS 2024 oder X-Plane 12 einen neuen PC anschaffen oder den bestehenden Rechner aufrüsten möchte, muss derzeit deutlich tiefer in die Tasche greifen. Besonders Arbeitsspeicher und SSDs sind seit Anfang 2025 knapp und spürbar teurer geworden. Die schlechte Nachricht: In den nächsten Monaten dürfte sich die Situation nicht wirklich entspannen.
KI sorgt für leere Lager
Hinter dieser negativen Entwicklung stecken zwei Faktoren: Da wäre einmal der weltweite Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Für KI werden enorme Mengen an DRAM- und High-Bandwidth-Memory (HBM) benötigt. Die großen Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron investieren deshalb bevorzugt in diese besonders profitablen Produkte. Zum anderen haben diese Firmen 2024 ihre Kapatitäten reduziert, um den damaligen Preisverfall einzudämmen.
Die Folge: Für klassischen PC-Arbeitsspeicher und NAND-Flash für SSDs stehen deutlich geringere Produktionskapazitäten zur Verfügung. Gleichzeitig lässt sich die Fertigung neuer Chips nicht kurzfristig ausbauen, da moderne Halbleiterwerke erst nach mehreren Jahren Bauzeit den Betrieb aufnehmen.
Warum China den Markt nicht retten wird
Immer wieder wurde spekuliert, chinesische Speicherhersteller wie CXMT könnten den Markt mit günstigen DDR5-Modulen versorgen und so die Preise drücken. Dieses Szenario gilt inzwischen als wenig wahrscheinlich.
Der Grund liegt vor allem in der Fertigung. Aufgrund bestehender Exportbeschränkungen haben chinesische Hersteller keinen Zugang zu den modernsten EUV-Lithografiesystemen und müssen auf aufwendigere Produktionsverfahren ausweichen. Das führt zu geringeren Ausbeuten und höheren Herstellungskosten. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, weshalb viele internationale PC- und Notebook-Hersteller weiterhin auf die etablierten Lieferanten setzen.
Entspannung frühestens 2027
Analysten rechnen damit, dass sich die Lage frühestens Ende des Jahres 2027 langsam entspannen könnte. Erst dann dürften zusätzliche Produktionskapazitäten verfügbar sein und der extreme Nachfrageüberhang aus dem KI-Sektor etwas nachlassen. Kurzfristig ist daher eher mit stabil hohen als mit deutlich sinkenden Preisen zu rechnen.
Was bedeutet das für Simmer?
Wer aktuell einen neuen Simulator-PC anschaffen muss, sollte deshalb ein höheres Budget einplanen. Wer dagegen noch mit seiner vorhandenen Hardware auskommt, könnte von einer späteren Anschaffung profitieren. Zwar erwartet derzeit niemand eine Rückkehr zu den Tiefstpreisen von 2024, doch mit einer schrittweisen Normalisierung des Marktes dürften die Preise mittelfristig wieder etwas nachgeben.
Symbolfoto mit Reve KI-generiert
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