Aerosoft stoppt Paris CDG: Das sind die Gründe
Die Entwicklung einer hochwertigen Flughafenszenerie für eines der gängigen Flugsimulationsprogramme ist stets ein komplexes Unterfangen. Das gilt im Besonderen für Mega-Airports wie etwa Paris-Charles de Gaulle (CDG/LFPG). Wie von Flightnews24 im Jänner dieses Jahres unter „Drama um Paris: Drei Hersteller arbeiten an CDG“ berichtete, zeichnete sich ab, dass mit Aerosoft, Pilot Experience Sim (PESIM) und Azrsim gleich drei Entwicklerstudios an einer detaillierten Umsetzung des französischen Großflughafens arbeiten. Aerosoft zog sich jetzt überraschend aus dem Projekt zurück. In einer Stellungnahme auf Discord begründete der Publisher diese Entscheidung.
Fehlender Zugang und mangelnde Referenzen
Wie Aerosoft mitteilte, wurde die Arbeit an dem ambitionierten Paris-Projekt bis auf Weiteres komplett eingestellt. Die Entscheidung sei dem Team nach bereits signifikant investierter Zeit und Arbeit spürbar schwergefallen. Ausschlaggebend war jedoch nicht ein einzelnes Problem, sondern ein Zusammenspiel limitierender Faktoren. Für eine akkurate und nachhaltige Umsetzung des hochkomplexen, sich stetig verändernden Großflughafens fehlte es Aerosoft schlussendlich an verlässlichem Referenzmaterial sowie dem notwendigen direkten Zugang vor Ort.
Gestiegene Qualitätsansprüche als Maßstab
Nachdem Aerosoft mit der jüngsten Veröffentlichung der Stuttgart-Szenerie die eigenen Qualitätsstandards in Sachen Detailgrad deutlich nach oben geschraubt hat, wolle man diesen Level auch in Zukunft halten. Unter den aktuellen Einschränkungen in Paris sei ein Produkt, hinter dem das Studio vollends stehen kann, für das kleinere Team ressourcentechnisch nicht realisierbar. Bei der ursprünglichen Ankündigung hatte man sich noch in vielversprechenden Gesprächen befunden und war zuversichtlich gewesen, dass die nötigen Rahmenbedingungen erfüllt würden – eine Hoffnung, die sich letztlich nicht erfüllte.
Option auf Wiederaufnahme bleibt offen
Begraben ist das Projekt aber noch nicht. Aerosoft betonte, dass man eine Fortführung der Entwicklung zu einem späteren Zeitpunkt ausdrücklich begrüßen würde. Sollten sich neue Gegebenheiten oder Zugriffsmöglichkeiten auftun, werde die Situation um Paris-Charles de Gaulle neu bewertet.
Blick auf die Konkurrenz
Da Aerosoft das Projekt vorerst nicht liefern kann, verweist der Publisher im Sinne der Transparenz offen auf die Arbeiten der verbleibenden beiden Mitbewerber, die weiterhin an ihren jeweiligen Umsetzungen von CDG feilen: Azrsim und Pilot Experience Sim (PESIM). PESIM hatte im Jänner (wie unter „Drama um Paris: Drei Hersteller arbeiten an CDG“ ausführlich berichtet) damit argumentiert, aufgrund seines Standorts in Frankreich bevorzugten Zugang zum Airport zu haben. Damaliges Zitat:
Im Gegensatz zu anderen Teams sind wir Franzosen, lokal ansässig, und das ändert alles…
Die Erwähnung von über 250 Gigabyte an gesammeltem Referenzmaterial, darunter 120 GB 4K-Videos sollte dies unterstreichen. Dazu mehr als fünf Stunden vollständig kommentierter Führungen, die alle Bereiche des Flughafens abdeckten, einschließlich solcher, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich seien oder in der traditionellen Dokumentation fehlten.

Ebenfalls interessant: Paris-CDG: PESIM zeigt neue Fortschritte
Inhalt teilen:
