Wenn es um die Anzahl der Ankündigungen unterschiedlicher Airliner für den Microsoft Flight Simulator geht, dann hat Just Flight die Nase ganz weit vorn. Nicht weniger als vier Maschinen hat der britische Publisher mittlerweile in der Pipeline: Den Regionaljet Fokker F-28 Fellowship, den vierstrahligen Kurzstreckenjet “Jumbolino” BAe 146, die Concorde und und nun auch eine Boeing 757-200/300. Kein Projekt wurde bislang veröffentlicht. Am weitesten scheint die Entwicklung bei der Concorde fortgeschritten zu sein. Wie berichtet, dürfte mit einer Veröffentlichung im kommenden Monat zu rechnen sein.

Davon kann beim jüngst vorgestellten Projekt – der 757 – keine Rede sein. Eine Veröffentlichung ist hier nicht vor dem ersten Halbjahr 2023 zu erwarten. Entwickelt wird das Flugzeug von BlueBird Simulations, nach eigenen Angaben einem Team aus vier Enthusiasten mit Kenntnissen in Modelldesign, Programmierung, Texturen und Flugdynamik mit mehreren Jahrzehnten Erfahrung in der FS-Entwicklung.

Eine der entscheidenden Fragen: Wie wird es um die Systemkomplexität bestellt sein? Die 757 werde ein Flugzeug “mittlerer Komplexität” sein, das mehrere Ebenen komplexer sein werde als die Standardflugzeuge (z.B. kein STRG-E zum Starten von Triebwerken), heißt es kryptisch. In der Ankündigung auf der Seite von Just Flight klingt das – aus dem Englischen übersetzt – so:

Die 757-200/300 wird ein völlig neues MSFS-natives Flugzeug sein, das die Vorteile des SDK (Anm. Software Development Kit) voll ausschöpfen wird, um eine visuell beeindruckende und unglaublich immersive Simulation der 757-200 und 300 zu erstellen. Das Team befindet sich noch in einem frühen Stadium der Entwicklung der Flugzeugsysteme, so dass weitere Details folgen werden, aber das Ziel ist es, sicherzustellen, dass sie für Simmer aller Erfahrungsstufen zugänglich sind, mit einem deutlichen Sprung in der Systemtiefe im Vergleich zu den MSFS-Airlinern, um ein authentisches Erlebnis zu bieten.”

BlueBird Simulations ist stolz darauf, einen leitenden Programmierer mit mehr als 20 Jahren Erfahrung zu haben. Für das Flugmodell sei ein Airline-Pilot engagiert worden, der viel Zeit und Mühe investiere, um sicherzustellen, dass das Flugmodell so real wie möglich sei. Man habe auch viele Daten aus der realen Welt, die dabei helfen würden.

Das Modell wird von zwei Personen mit jahrzehntelanger gemeinsamer Erfahrung entwickelt. Hunderte von Bildern und viele Dokumente wurden gesichtet, um die 3D-Visualisierungen so genau wie möglich zu gestalten.

Vor dem ersten Halbjahr 2023 wird sich die BlueBird 757 allerdings – wie erwähnt – nicht in die Lüfte erheben. Ob “Boeing-Platzhirsch” PMDG, der kurz vor der Veröffentlichung seiner ersten 737 für den MSFS steht, ein direkter Konkurent sein wird, ist fraglich. Zwar hat auch PMDG vor, ein eigenes 757 Modell zu entwickeln, PMDG Gründer und Chefentwickler Robert S. Randazzo und sein Team nehmen sich bei neuen Projekten – wie die Vergangenheit gezeigt hat – aber sehr, sehr viel Zeit, womit 2023 wohl eher nicht mit einer eigenen PMDG 757 zu rechnen ist. Gelingt es BlueBird Simulations also, ihr Flugzeug tatsächlich im kommenden Jahr herauszubringen, dann dürfte wirkliche Konkurrenz vorerst nicht in Sicht sein.