Sechs Kleine in der Umgebung des großen EDDS!

„Schaffe, schaffe, Flugfelder baue…“ – Der Flughafen Stuttgart stellte offenbar nicht genug Arbeit für Jo Erlend Sund Lukas Veziroglou. Denn sie legen – zum Glück für uns Flugsimulanten – zur Veröffentlichtung des größten Airports in Baden-Württemberg sechs Flugfelder in dessen näherer und weiterer Umgebung für den MSFS 2024 nach:
- EDSD – Deckenpfronn (von Aerosoft ED41 genannt)
- EDZT – Esslingen-Jägerhaus
- EDSG – Grabenstetten
- EDST – Hahnweide
- EDTQ – Pattonville °
- EDSV – Wächtersberg
° …gibt es auch als Freeware von „Tumbleweed“ für den MSFS 2020 und MSFS 2024.
ED41 – Deckenpfronn
Zwischen den Bundesstraßen B463 und B295 liegt zwischen Wildberg und Herrenberg der kleine Sonderlandeplatz Deckenpfronn-Egelsee auf 580 Metern Höhe. Hier ist der Flugsportverein Sindelfingen e.V. mit seinen Segelflugzeugen und den Schulungsmaschinen der Typen Scheibe SF 25 C und Robin DR 400 ansässig. Außer den eigenen (Schlepp-)Flugzeugen darf hier niemand auf der Graspiste 06/24 mit 950 Metern Länge landen. Der Verein bietet die Ausbildung zum Segel- und Motorflugpiloten an.
Die Graspiste ist 950 Meter lang. Für den Segelflug kommen entweder die erwähnten Schleppflugzeuge oder eine Winde zu Einsatz.
EDZT – Esslingen-Jägerhaus
Drei Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Esslingen östlich von Stuttgart befindet sich das Segelfluggelände Esslingen-Jägerhaus auf 490 Metern Höhe. Hier ist der Aero Club Esslingen zu Hause. Die Grasbahn 13/31 ist 700 Meter lang.
Wie schon beim Segelflugplatz Deckenpfronn dürfen nur vereinseigene Flugzeuge starten und landen. Der Verein bietet die Ausbildung zum Segelflugpiloten an.
EDSG – Grabenstetten
Der Flugplatz Grabestetten befindet sich auf 710 Metern Höhe nur gut zwei Kilometer nordwestlich der kleinen Gemeinde Grabenstetten im Landkreis Reutlingen. Die B465 führt nördlich vorbei, die B28 südlich. Die nächste größere Stadt ist Metzingen, die gut 14 Kilometer westlich liegt.
Die Fliegergruppe Grabenstetten Teck Lenninger Tal bietet eine Menge Aktivitäten an am Platz, beispielsweise Motor- und Ultraleicht- sowie Segelflug. Eine Flugschule gehört ebenfalls zum Angebot. Die Grasbahn 12/30 ist 950 Meter lang.
EDST – Hahnweide
Der „Hahn“ ist Sitz von nicht weniger als zehn Vereinen, Fliegergruppen und dem Segelflugzeug-Hersteller Schempp-Hirth. Betreiber sind der Baden-Württembergische Luftfahrtverband (BWLV), der vor Ort eine Flugschule betreibt, und der erwähnte Segelflugzeugbauer. Die Fliegergruppe Wolf Hirth Kirchheim unter Teck e.V. vertritt die Betreiber am Platz als Hausherr.
Das Flugfeld liegt mit den beiden Graspisten 06/24 mit 500 mal 30 und 12/30 mit 600 mal 70 Metern auf 350 Metern Höhe. Er befindet sich gut einen Kilometer südöstlich der Ausfahrt Nummer 56 „Kirchheim unter Teck-West“ der A8.
Gut sechs Kilometer südöstlich liegt bei gutem Wetter deutlich sichtbar die Burg Teck auf rund 775 Metern Höhe inmitten der Schwäbischen Alb. Das gilt ebenso für die Burg Hohenneuffen, die neun Kilometer südlich auf gut 700 Metern Höhe steht.
Seit 1996 findet jährlich der „Internationale Hahnweide-Segelflugwettbewerb“ der Fliegergruppe Wolf Hirth statt.
Zum ersten Mal fand das weithin bekannte und beliebte Oldtimer-Fliegertreffen (OTT) auf dem Hahn statt, welches je Veranstaltung, auf denen stets viele historische Flugzeuge gezeigt und geflogen werden, mehrere tausend Besucher anlockt.
EDTQ – Pattonville
Die ehemalige US-Wohnsiedlung Pattonville (benannt nach US-General George Smith Patton Jr. * 11. November 1885 † 21. Dezember 1945) wurde in den 1950 Jahren rund zwölf Kilometer nördlich von Stuttgart direkt östlich der B27 im heutigen Landkreis Reutlingen errichtet. Es gab vier Villen für höhere Offiziere und 960 Wohnungen für rund 3.500 Bewohner. Nach dem Abzug des US-Militärs 1992 wurde Pattonville ab 1993 als zivile Siedlung umgenutzt, die aktuell für bis zu 7.500 Bewohner ausgelegt ist.
Der Flugplatz wurde vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet und von der deutschen Wehrmacht genutzt. Nach der Kapitulation der Deutschen übernahm die US-Army das Flugfeld bis zum oben erwähnten Abzug. Die zivile Nutzung konnte nur zögerlich beginnen. Seit 2003 wird er als „Sonderlandeplatz“ geführt und bekam die ICAO-Kennung EDTQ zugeteilt.
Die einzige Bahn 10/28 misst 672 mal 20 Meter. Sie ist einzige der fünf hier vorgestellten Plätze, die aus Asphalt besteht und mit Seiten- sowie Endbefeuerungen versehen wurde. Die 28 hat zudem ebenfalls „einmalig“ ein zweistrahliges PAPI erhalten.
Sieben Luftsportvereine, Flieger- und Luftsportgruppen sind aktuell vor Ort aktiv. Der Stuttgarter Fliegerclub e.V. unterhält eine Flugschule für PPL(A) und LAPL(A).
Am 1. Oktober 2009 wurde der Rettungshubschrauber Christoph 51, der von der Deutschen Rettungsflugweacht (DRF) betrieben wird, vom Flughafen Stuttgart hierher verlegt. Der Landeplatz vor dem eigenen Hangar wird ebenfalls befeuert.
EDSV – Wächtersberg
Auf 600 Meter Höhe liegt der Sonderlandeplatz mit der Grasbahn 06/24 mit 603 mal 400 Metern knapp südlich der Gemeinde Wildberg im Nordschwarzwald. Die B463 führt einen Kilometer westlich vorbei, der Sonderlandeplatz Deckenpfronn ist nur fünf Kilometer nordöstlich entfernt.
In der Regel fliegen hier ausschließlich die Maschinen der Flugsportvereinigung Wächtersberg e.V. „Fremde“ können beim Vereinsvorstand vorab eine Landegenehmigung (Prior Permission Required – PPR) anfragen. Der Verein bildet Segel-, Ultraleicht und Reisemotorseglerpiloten aus. Geflogen wird vor allem mit Segelflugzeugen. Verfügbar sind zusätzlich eine Super Dimona, eine RF5 sowie eine Piccolo.
Simulation

Das „Sextett“ für den MSFS 2024 ist aktuell hier für rund zehn Euro bei Aerosoft zu haben.
Gemeinsam mit dem Airport Stuttgart kostet das Bundle 29,99 Euro – also 2,50 Euro weniger als der Einzelkauf.
Für beide Angebote sollen Contrail und SIMMARKET in der Kalenderwoche 14 als Anbieter folgen.
Für alle Flugfelder gilt, dass sie „grenzenlos“ in die MSFS 2024-Standardszenerie eingebaut wurden und es bei ihnen entsprechend ihrer realen Vorbilder nicht allzu viel zu sehen gibt. Dennoch ist es den beiden Designern mit der Darstellung der vorhandenen Details gelungen, viel Immersion zu erzeugen. Highlights sind Hahnweide und Pattonville, die beiden größten Flugfelder des Angebots.
Wer findet in Pattonville das „Easter Egg“ in Form eines automatischen Rasenmähers, der am Boden seine Runden dreht? Leider lässt er das Gras stehen. Hier „müssen“ Jo Erlend und Lukas unbedingt ein „schärfendes“ Update liefern…
Übrigens sind das Autokino von Kornwestheim und der Wasserturm Möglingen an der Überquerung der A81 des Bahntunnels „Langes Feld“ vorhanden. Beides sind wichtige Orientierungspunkte im Sicht-Abflug von der 28 und Sicht-Anflug auf die 10:
Karte © Jeppesen – zur Verfügung gestellt von Navigraph
Screenshots ED41
Screenshots EDSG
Screenshots EDST
Screenshots EDSV
Screenshots EDTQ
Screenshots EDZT
Fazit
Freunde des Sichtflugs sollten die Anschaffung überlegen, denn die Flüge zwischen den Plätzen dauert jeweils nicht lange und ist landschaftlich immer schön anzusehen.
Der Anflug auf Wächtersberg von Westen her ist spektakulär wegen der Lage des Platzes, der auf dieser Seite an einem fast 200 Hundert Meter schräg abfallenden, bewaldeten Gelände hinunter ins Tal der Nagold liegt.
Bert Groner
…im März 2026
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Unter diesem Link findet ihr alle FS Reviews von Bert Groner, die bislang auf Flightnews24 erschienen sind.
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